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Siedlungsanlage

Die weitläufige Anlage steht als Gesamtensemble mit nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz. Alle noch bestehenden ca. 20 Gebäude der Bauphase 1919-34 und der Friedhof sind als Einzeldenkmale ausgewiesen. Seit 2015 konnten einige von ihnen mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen renoviert werden. 

 

Die Gesamtanlage, die heute rund 40 kleine und größere Bauwerke umfasst (das jüngste wurde 2009 eingeweiht), steht Besuchern zur eigenen Erkundung offen und ist barrierefrei zugänglich (Waldwege und leichte Steigungen sind jedoch dann unvermeidbar, wenn alle frühen Bauten besucht werden sollen). Die Broschüre "Denkmale 1919-34 im Taschenformat" erläutert die Geschichte der Einzeldenkmale und enthält einen Übersichtsplan zur Orientierung. Sie ist im Loheland-Laden & Café gegen einen Kostenbeitrag von 0,50 € erhältlich.

 

Für 2019 sind ein Audioguide sowie ein Führungsprogramm in Vorbereitung. An ausgewählten Tagen wird an der »Waggonia« der Stand ihrer Sanierung, die dank der Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz inzwischen begonnen hat, erläutert - in diesem Jahr z.B. am 9. September, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals.

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Die Siedlung wurde ohne öffentliche Mittel aus eigener Kraft errichtet. Als wäre das an sich nicht schon Herausforderung genug gewesen, verschärften die dramatischen volkswirtschaftlichen Entwicklungen der Zwanzigerjahre diese jedoch noch einmal enorm. Dem großen Bedarf an Unterrichts- und Werkstattgebäuden sowie Schülerunterkünften begegneten die Frauen mit experimentellen Bauweisen wie dem Einsatz ausrangierter Eisenbahnwagen, dem stetigen Ausbau der Schulsiedlung durch kleinere, finanziell bewältigbare Gebäude und der Verwendung von am Ort auffindbaren Materialien wie Sandstein und Holz.

 

Die so entstandenen Bauten sind trotz ihrer Unterschiedlichkeit Zeugnisse des spezifischen ästhetischen Gestaltungsverständnisses der Loheländerinnen und schmiegen sich unauffällig in die Landschaft ein. Die Weitläufigkeit der Gesamtanlage wurde konzeptionell erhalten – mit dem offenen Blick auf die Hügelkette der Rhön auf der einen Seite und den Qualitäten der Waldlichtungen auf der anderen.