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Herausforderung ästhetische Bildung

7.-8.10.2016

Ästhetische Bildung spielt in unserer Kultur eine untergeordnete Rolle. Sie scheint lediglich für künstlerisch-kreativ tätige Spezialisten relevant und wird bestenfalls noch als Element bürgerlicher Freizeitgestaltung geschätzt. Abfragbares Wissen und technisch-instrumentelle Kompetenzen gelten heute als die eigentlichen Bildungsziele. Dabei erlebten ästhetische Bildungsauffassungen gerade in der Frühphase des industriellen Zeitalters eine Renaissance: Sie präsentierten sich als dringend notwendiges Gegengewicht zu einer zunehmend entmenschlichten technizistischen Lebensweise. Reformpädagogen, Kunstschulreformer und Protagonisten der Kunstgewerbebewegung entwickelten individual- und volkspädagogische Konzepte, die fruchtbare Impulse setzten. Hier knüpfte die Tagung an: An historischen und zeitgenössischen Beispielen stellte sie aktuelle Lösungswege zur Diskussion. Sie warf die Frage auf, ob unsere einseitig rationalen Bildungsideale ein fragwürdiges Menschenbild befördern. Nicht zuletzt das Bildungskonzept von Louise Langgaard und Hedwig von Rohden, in dessen Zentrum die Loheland-Gymnastik steht, verdeutlicht, dass ästhetische Bildung auf den Wesenskern des Menschen zielen muss.

 

Die Tagung wurde in Zusammenarbeit mit dem Werkbundarchiv Berlin, dem Deutschen Werkbund Hessen und dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt veranstaltet und vom Landkreis Fulda freundlich unterstützt. Die Webversion des Programm-Faltblattes finden Sie hier.  

Die Publikation zur Tagung wurde am 28. Mai 2016 in Loheland vorgestellt:

Herausforderung ästhetische Bildung, für die Loheland-Stiftung hg. von Kai Buchholz, Elisabeth Mollenhauer-Klüber und Justus Theinert, Bielefeld 2017.

ISBN 978-3-8498-1241-6. 208 Seiten, Preis: € 19,80

 

Unter der Überschrift ›Empfinden, Erleben, Erkunden‹ veröffentlichte die F.A.Z. im November 2016 einen Tagungsbericht von Ralf Zwengel, Bildungsreferent des Vereins Heinrich-Böll-Stiftung Hessen mit Sitz in Frankfurt/Main.