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Unsere Partnerschule in Namibia



Mein T-Shirt kommt aus Mauritius, mein Wecker aus Korea, mein Radio aus Taiwan. In den meisten Haushalten ist nahezu die ganze Welt vertreten; auf rein materielle Weise.

Die meisten größeren Firmen haben Produktionsstätten im Ausland.
Doch dies sollte nicht die einzige Seite der Globalisierung sein.

 

Die Rudolf-Steiner-Schule Loheland begleitet die Waldorf School Windhoek seit ihrer Gründung im Jahr 2000.

Dies ist mehr als eine bloße Partnerschaft, denn die Unterstützung einer namibischen Schule bedeutet gleichzeitig Entwicklungshilfe,
und die Unterstützung der Waldorf School Windhoek (WSW) bedeutet Friedensarbeit.

Denn dort werden alle Volksgruppen des Landes respektiert und aufgenommen.

Waldorfschule Windhoek, Namibia

Waldorfschule Windhoek, Namibia

Die Kinder lernen im täglichen Leben, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen ihren verschiedenen Volksgruppen möglich ist. Das ist in Namibia keine Selbstverständlichkeit.
Da Privatschulen keinerlei Unterstützung vom Staat bekommen, ist die WSW auf Partnerschaften angewiesen,
da dies Spenden sichert, ohne die die Schule nicht existieren kann.
Denn es wird jedes Kind unabhängig von der finanziellen Lage der Eltern aufgenommen.

 

Etwa die Hälfte der Schüler hat Paten in Deutschland, der Schweiz oder Amerika. Zudem besteht zwischen den Schülerinnen und Schülern der WSW und der Rudolf-Steiner-Schule Loheland eine besondere Bindung, da jedes Kind, das in die 1. Klasse kommt, einen Stiftekasten aus Loheland bekommt, der mit dem Namen einer Schülerin oder eines Schülers von dort beschriftet ist.
Dadurch sind schon viele Brieffreundschaften entstanden, die für beide Seiten eine Erweiterung des Horizontes darstellen. Jeder hat dabei die Möglichkeit, ein Stück des anderen Landes, seiner Kultur und seines Lebens kennen zu lernen. Diese Partnerschaft macht auch einen Austausch zwischen beiden Seiten möglich.

 

 

Ich habe nun die Möglichkeit ergriffen, ein Jahr lang das Leben Namibias mitzuleben.

Bei einer Reise lernen wir nur einen Teil eines Landes kennen. Nur durch Bekanntschaften, Partnerschaften können wir in das Leben eines Landes eintauchen und es in seiner Wirklichkeit kennen lernen. Ich kann hier vor Ort sehen, was gebraucht wird, und helfend mit anpacken. Dabei sammele ich jede Menge Erfahrungen, sowohl praktisch als auch an und mit mir selbst, die ich in Deutschland nie machen könnte und die mir im Leben in jeder Hinsicht nützlich sein werden.

 

Ich kann eine völlig andere Gesellschaftsschicht kennen lernen mit allem was dazu gehört: Lebensstandard und -gewohnheiten, Kultur, Sprache und soziales Umfeld.

 

Eine Partnerschaft zwischen Schulen eines »reichen« und eines »armen« Landes bedeutet meist, dass die eine die andere Seite unterstützt. In Loheland sind schon viele Aktionen gelaufen, bei denen Spenden für Projekte in aller Welt gesammelt wurden.

Dabei war oftmals zu beobachten, dass ganze Klassen ihre Freizeit für die Organisation gewidmet haben und mit ihrem Engagement und Ideenreichtum große Summen zusammen bekamen (Werbemarathon, Tombola, Flohmarkt).

Dabei können die Schülerinnen und Schüler lernen, dass es sich lohnt, sich für eine Sache, die sie für unterstützenswert halten, einzusetzen.

Wenn dann noch von der anderen Seite ein Feedback kommt, wird das die Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich erneut für ihre Ideen stark zu machen. Internationale Partnerschaften bedeuten also für beide Seiten eine Bereicherung, auch wenn sie unterschiedlich aussehen mag. Sie sind in der Zeit der Globalisierung wichtig, bzw. stellen sie einen Teil derselben dar, und machen es möglich, am Weltgeschehen teilzuhaben und Weltgegenden kennen zu lernen, die man nur aus dem Geschichtsunterricht aus der Zeit der Kolonien kennt.

 

Ein Bericht von Mareike Penz, einer unserer ehemaligen Schülerinnen, aus Windhoek, Namibia